Schrebern ist „in“

Familien entdecken (wieder) ein Stück Natur für sich

Lange als spießig und altbacken verschrien, erlebt der Schrebergarten seit einigen Jahren ein furioses Comeback. Immer mehr junge Familien verbringen ihre Freizeit in der eigens angemieteten Ruhe- und Spieloase.

Experten-Tipps zum Thema „Garten" lassen längst nicht mehr nur Haus- und Grundbesitzer aufhorchen. Viele Ratsuchende, die in unsere Raiffeisen-Märkte kommen, sind stolze Besitzer oder Pächter eines Schrebergartens und entdecken den Spaß am Gärtnern so noch mal ganz neu. Und zwar in jedem Alter. Zwar liegt der Altersdurchschnitt der Schrebergärtner immer noch bei knapp 60 Jahren, doch laut einer Statistik des Bundes Deutscher Gartenfreunde (BDG) gingen 45 Prozent aller Neuverpachtungen in den letzten fünf Jahren an Familien mit kleinen Kindern. Ein Grund dafür scheinen die gestiegenen Anforderungen an die Mobilität von Arbeitnehmern zu sein – wer nicht weiß, in welcher Stadt er in fünf Jahren arbeiten wird, kauft sich kein Eigenheim. Viele mieten stattdessen eine Stadt-Wohnung und besinnen sich auf die 150-jährige Tradition des Kleingärtnerns, weil sie auf einen grünen Rückzugsort für sich und ihre Familie nicht verzichten wollen. Auch die vergleichsweise geringen Pachtpreise tragen dazu bei, dass der Boom nicht abnimmt. Tatsächlich verzeichnen Ballungsräume wie Berlin, München, Hamburg und das Ruhrgebiet lange Wartelisten und der Ruf nach neu angelegten Kleingartenanlagen wird immer lauter.